Bericht eines Rasenkraftsportlers von den Highland Games in Stuttgart

Was mach ich hier?

Diese Frage stellte ich (Anonym, Name der Red. bekannt) mir bereits Samstagmorgens bei der Athletenregistrierung. Es sollten meine ersten Highland-Games werden. Es war um diese Uhrzeit bereits sehr, sehr warm. Den Weg der Sonne einschätzend und das Gelände nach möglichen schattigen Zonen absuchend wurde mir bewusst, dass meine vorlaute Klappe, mich am heutigen Tag einer weiteren Lächerlichkeit preisgab. Schatten gab es nur im Bereich meiner breitschultrigen, riesenhaften Konkurrenten. Dabei musste ich Acht geben, nicht in deren Laufwege zu geraten, um ein Niedertrampeln zu vermeiden. Die Kommunikation mit meinen Kontrahenten gestaltete sich überraschenderweise recht einfach, trotz meiner Unkenntnis der französischen Landessprache, des bayrischen u.schwyzerischen Dialektes und dem „Schreibmaschinendeutsch“ der Nordlichter. Die Burschen waren nett zu mir – mein oberflächlicher erster Eindruck täuschte.

Wir, die Master (über 40) begannen den Wettkampf mit dem Heavy-Hammer, ein 10-kg-Kügelchen, an einem fetten Stock dran. Ich warf 18,25m, wurde Vorvorletzter, und damit Platz 8 in dieser Disziplin. Gut, dass es Deutsche Meisterschaften waren, müsste ich den „Franzosen“ hinzurechnen, dann wäre ich Vorletzter. Hinter mir kam nur noch Reinhard, ca. 12 Jahre älter und 14 kg leichter! Schön das es Ihn gibt.

Mitten aus dem Geschehen heraus konnte ich in sieben weiteren Disziplinen die tollen Leistungen der Anderen bestaunen. So war Alex Wending beim leichten Hammer (7,27kg) mit über 31m nicht zu schlagen. Oder den neuen Deutschen Rekord im Gewichthochwurf (19,1kg/ 5,52m) durch den späteren Gesamtsieger Andreas Deuschle aus Nürtingen. Dieser hob sich nicht nur durch seine Spitzenleistungen hervor, nein, er brachte auch noch seinen eigenen Fanclub mit. Der bestand aus rund zehn jungen Männern, die extra aus der Schweiz angereist waren und ihren Helden mit eigens getexteten Schlachtgesängen bis in die späten Abendstunden anfeuerten. Sehr beeindruckend. Torsten Hülsemann war beim Weight-for-Distance überragend. Im Gesamtklassement belegte er später den Zweiten Platz. Uli Müller (ASV) kämpfte mit organisatorischen Unwägbarkeiten und machte „nebenher“ noch einen guten Wettkampf. Respekt.

Am Ende eines sehr heißen, anstrengendem 12- Stunden-Tages war ich froh, wieder zuhause zu sein und freue mich auf meinen Rasenkraftsport.

Grüße vom Gesamtvorvorletzten

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